dena-Analyse veröffentlicht

Biomethan in der Wärmewende

Kurz-Analyse zur Verwendung von Biomethan im Wärmemarkt. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch stagniert seit 2014 bei rund 13 Prozent. Biomethan spielt dabei bisher nur eine untergeordnete Rolle. Sein Anteil am gesamten Wärmeverbrauch aus erneuerbaren Energien lag im Jahr 2017 mit 3,8 Terawattstunden (TWh) bei rund 2 Prozent. Nach Einschätzung der dena könnte Biomethan deutlich mehr dazu beitragen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmesektor zu erhöhen und die Treibausgasemissionen zu verringern.

Die vorliegende Kurzanalyse gibt eine Übersicht über den bestehenden deutschen Wärmemarkt, beleuchtet dabei insbesondere die Rolle von Biomethan und zeigt weitere Einsatzmöglichkeiten und damit einhergehende Treibhausgas-Minderungspotenziale des biogenen Gases für die Wärmeerzeugung auf.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

  • Im Wärmebereich sind sowohl die Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) als auch der Anteil der erneuerbaren Energien in den letzten Jahren auf einem ähnlichen Niveau geblieben. Zusätzliche Anstrengungen und Investitionen sind notwendig, um die selbst gesteckten Klimaschutzziele im Wärmebereich zu erreichen. 
  • Gegenwärtig wird Biomethan vornehmlich in der Kraft-Wärme-Kopplung in Blockheizkraftwerken (BHKW) verwendet. Biomethan hatte im Jahr 2017 einen Anteil von rund 2 Prozent (ca. 3,8 TWh) am gesamten Wärmeverbrauch aus erneuerbaren Energien (ca. 163 TWh). Durch die Nutzung des zur Verfügung stehenden Potenzials kann der Beitrag von Biomethan zur Erreichung der Klimaschutz­ziele um ein Vielfaches gesteigert werden.
  • Erdgas nimmt in der gebäudeeigenen Wärmeversorgung die wichtigste Rolle ein. Biomethan kommt aufgrund fehlender Anreize aber nur in einem geringen Umfang zum Einsatz.
  • Erdgasnetze besitzen die strategische Kapazität und Flexibilität zur Übertragung, Verteilung und Speicherung im Hinblick auf eine bedarfsgerechte und flexible Sektorkopplung mit Biomethan und synthetischen erneuerbaren Gasen. Damit bietet sich eine kosteneffiziente Lösung zur Erreichung der Klimaschutzziele.
  • Nah- und Fernwärmenetze bieten durch die Versorgung vieler Verbraucher über eine zentrale Energiequelle eine strategische Flexibilität im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen und zur Integration erneuerbarer Energien an zentraler Stelle. Daher sollten Wärmenetze erhalten und modernisiert werden. Biomethan stellt hierbei eine kurzfristig umsetzbare Option dar, um den Anteil erneuerbarer Energien schnell zu erhöhen und die THG-Emissionen in Wärmenetzen zu senken.
  • Um die Dekarbonisierung des Wärmesektors mit erneuerbaren Gasen zu forcieren, sollte deren THG-Minderungspotenzial stärkere Berücksichtigung finden. Als Option bietet sich hierfür die Einpreisung der CO2-Vorteile von Biomethan und anderen erneuerbaren Gasen an.
  • Im kommenden Gebäudeenergiegesetz sollte sich der Primärenergiefaktor für Biomethan an einem wissenschaftlich fundierten Wert von fp = 0,36 orientieren. Bedarfsgerechten, smarten KWK-Lösungen mit Biomethan und Wärmespeicher sollte eine besondere Rolle zukommen.
  • Bei Nichterfüllung der Klimaschutzziele drohen Deutschland erhebliche Strafzahlungen in Milliar­denhöhe. Zur Vermeidung dieser Strafzahlungen und zur Erreichung der Klimaschutzziele empfiehlt es sich, in effiziente und kurzfristig verfügbare Technologien wie Biomethan zu investieren. So sind derzeit sowohl motorische als auch brennstoffzellenseitige KWK-Lösungen verfügbar. Beide Lösungen sollen sowohl durch Marktanreize als auch durch F&E-Förderung weiter vorangebracht werden. Besonders sollte dabei die Netzintegration gefördert werden.