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Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt - Marktanreizprogramm (MAP)

Das MAP ist als „zweite Säule“ des EEWärmeG das zentrale Instrument der Bundesregierung zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich. 

Das Programm umfasst zwei unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung. Zum einen kann ein Investitionszuschuss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Adressaten dieser Förderung sind insbesondere private Investoren, die kleinere Maßnahmen in Ein- oder Zweifamilienhäusern durchführen. Weiterhin können größere Wärmelösungen im gewerblichen oder kommunalen Bereich durch zinsgünstige Darlehen gegebenenfalls mit Tilgungszuschüssen unterstützt werden, welche dann jedoch durch die KfW Bankengruppe (KfW) ausgegeben werden. 

Die Nachfrage nach Krediten aus dem KfW-Programm „Premium“ stieg im Jahr 2011 deutlich an (2010: ca. 330 Mio. Euro; 2011: ca. 500 Mio. Euro). Davon wurden beispielsweise im Jahr 2011 26 Biogasaufbereitungsanlagen mit 55,8 Mio. Euro gefördert. 

Für den Biogasbereich sehen die „Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt“ vom 11. März 2011 Fördermöglichkeiten für Biogasaufbereitungsanlagen und Nahwärmenetze vor. Biogasleitungen sind nicht mehr förderfähig. 

Für Biogasaufbereitungsanlagen sehen die Richtlinien Unterstützungen vor, sofern

  • Methanemissionen der Aufbereitung in die Atmosphäre von höchstens 0,5 %,
  • ein maximaler Stromverbrauch von 0,5 Kilowattstunden pro Normkubikmeter Rohgas bei der Aufbereitung und Einspeisung und
  • eine Bereitstellung der Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien oder Grubengas oder aus der Abwärme der Gasaufbereitungs- oder Einspeiseanlage ohne den Einsatz zusätzlicher fossiler Energie

nachgewiesen werden. 

Die Förderung beträgt bei Anlagen bis zu einer Anlagengröße von 350 m³/h aufbereitetes Biogas in Erdgasqualität bis zu 30 % der förderfähigen Nettoinvestitionskosten. Die Förderung ist nicht mit anderen Förderungen aus öffentlichen Mitteln kumulierbar. Die Förderung ist befristet bis zum 31. Dezember 2012. Über die Fortsetzung wird auf Grundlage einer wissenschaftlichen Evaluation entschieden.

Voraussetzung für die Förderung von Nahwärmenetzen im Biogasbereich ist, dass das Netz zu mindestens 50 % mit Wärme aus erneuerbaren Energien gespeist wird. Weiterhin muss für das zu fördernde Netz ein durchschnittlicher Wärmeabsatz von mindestens 500 kWh pro Jahr und Meter Trasse nachgewiesen werden. Eine Zuleitung, die außerhalb des förderbaren Wärmenetzes liegt, wird bei der Berechnung des Mindestwärmeabsatzes nicht berücksichtigt. 

Die Förderung in Form eines Tilgungszuschusses beträgt

  • für Wärmenetze, für die kein Anspruch auf Zuschlagszahlung nach § 5a Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) besteht
    • 60 Euro je errichtetem Meter Trassenlänge,
    • jedoch höchstens 1 Mio. Euro.
  • für Wärmenetze, für die ein Anspruch auf eine Zuschlagszahlung nach § 5a KWKG für die Errichtung oder Erweiterung besteht
    • 20 Euro je errichteten Meter Trassenlänge,
    • jedoch maximal 300.000 Euro.

Zusätzlich können die Nettoinvestitionskosten der Hausübergabestationen mit jeweils 1.800 Euro gefördert werden. Voraussetzung dafür ist, dass für die jeweilige Übergabestation zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des förderbaren Nahwärmenetzes ein verbindlicher Anschlussvertrag geschlossen wurde und kein Anschlusszwang besteht.

Weitergehende Informationen bzw. Antragsformulare sind beispielsweise

  • beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU Externer Link
  • beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA Externer Link und
  • bei der KfW Bankengruppe Externer Link 

zu erhalten.

 

Quellen: dena, Schnutenhaus & Kollegen Externer Link, KfW Mittelstandsbank

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Rechtsthemen.