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BiomasseV 2012 (95 KB) PDF

 

Biomasseverordnung (BiomasseV)

Die seit 2001 geltende und zuletzt zum 1. Januar 2012 umfassend geänderte  BiomasseV (95 KB) PDF regelt für den Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG),

  • welche Stoffe als vergütungsfähige Biomasse gelten,
  • für welche Stoffe eine zusätzliche einsatzstoffbezogene Vergütung in Anspruch genommen werden kann und wie diese zu berechnen ist,
  • welche technischen Verfahren zur Stromerzeugung aus Biomasse in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen 
  • und welche Umweltanforderungen bei der Erzeugung von Strom aus Biomasse einzuhalten sind.

Nach der BiomasseV sind Biomasse alle Energieträger aus Phyto- und Zoomasse. Erfasst sind weiterhin auch alle Folge- und Nebenprodukte, Rückstände und Abfälle, deren Energiegehalt aus Phyto- und Zoomasse stammt. Nach §2 Abs. 2 ist Biomasse in diesem Sinne insbesondere

  1. Pflanzen und Pflanzenbestandteile,
  2. aus Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen hergestellte Energieträger, deren sämtliche Bestandteile und Zwischenprodukte aus Biomasse im Sinne der Verordnung erzeugt wurden, 
  3. Abfälle und Nebenprodukte pflanzlicher und tierischer Herkunft aus der Land-, Forst- und Fischwirtschaft,
  4. Bioabfälle im Sinne von § 2 Nr. 1 der Bioabfallverordnung,
  5. aus Biomasse im Sinne der Verordnung durch Vergasung oder Pyrolyse erzeugtes Gas und daraus resultierende Folge- und Nebenprodukte,
  6. aus Biomasse im Sinne der Verordnung erzeugte Alkohole, deren Bestandteile, Zwischen-, Folge- und Nebenprodukte aus Biomasse sind.

Nach § 2 Abs. 3 Nr. 2 gilt auch durch anaerobe Vergärung erzeugtes Biogas als Biomasse. Dieses darf allerdings nicht aus den folgenden Stoffen erzeugt worden sein:

  • gemischte Siedlungsabfälle aus privaten Haushaltungen sowie ähnliche Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen einschließlich aus gemischten Siedlungsabfällen herausgelöste Biomassefraktionen,
  • Hafenschlick und sonstige Gewässerschlämme und -sedimente,
  • bestimmte tierische Nebenprodukte im Sinne von Artikel 3 Nummer 1 der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009, wie beispielsweise von an transmissibler spongiformer Enzephalopathie (übertragbare schwammartige Hirnleiden) erkrankten Tieren stammendes Material.

Zuletzt darf bei der Erzeugung des Biogases nicht mehr als 10 Gewichtsprozent Klärschlamm eingesetzt worden sein. 

Zudem enthält die BiomasseV die Vorgaben, wie konkret die in § 27 Absatz 2 Nummer 1 und 2 EEG vorgesehene einsatzstoffbezogene Vergütung zu ermitteln ist. Demnach soll die Vergütung des Stroms sich nach dem Anteil der jeweiligen Einsatzstoffe an dem zur Stromerzeugung verwendeten Biogas bemessen. Dieser Anteil ist wiederum anhand der in den Anlagen 1, 2 und 3 zur BiomasseV aufgelisteten Energieerträge zu ermitteln. Wird beispielsweise Biogas aus 10 t Getreideabfälle (keine einsatzstoffbezogene Vergütung – Energieertrag 272 (m3 Methanertrag je t Frischmasse)), 20 t Corn-Cob-Mix (Einsatzstoffvergütungsklasse 1 – Energieertrag 242 m3 (Methanertrag je t Frischmasse)) und 50 t Rindergülle (Einsatzstoffvergütungsklasse 2 – Energieertrag 17 (m3 Methanertrag je t Frischmasse)) erzeugt, sind ca. 10 % des aus diesem erzeugten Strom mit der erhöhten Vergütung für die Einsatzstoffvergütungslasse 2, ca. 58 % mit der erhöhten Vergütung für die Einsatzstoffvergütungslasse 1 und ca. 32 % mit der Grundvergütung zu vergüten. 

 

Quellen: dena, Schnutenhaus & Kollegen Externer Link

 

Bitte beachten Sie den Hinweis zu Rechtsthemen