switch to english
Print
Facebook Like-Button laden!
Kurznachrichten

Kurznachrichten

  • 16.03.2017

    Forschungsprojekt: Zukunftsfähige Modelle für den Betrieb von Biogasanlagen mehr

  • 05.03.2017

    BayWa r.e. verkauft zwei Biomethananlagen mehr

  • 03.03.2017

    Gießen stellt Busflotte von Erdgas auf Biomethan um mehr

Veranstaltungen

Veranstaltungen

Newsletter abonnieren

„Frequently Asked Questions“ – Häufig gestellte Fragen rund um die Biogaseinspeisung.

Eines der Ziele des Projekts „biogaspartner“ ist es, Informationen über die gesamte Wertschöpfungskette der Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz bereitzustellen. Dieses Angebot wird gerne genutzt – und so erreichen uns viele Fragen unterschiedlichster Akteure zu den verschiedensten Aspekten der Biogaseinspeisung. Die Projektpartner aus der Biogaspartnerschaft stehen als Experten gerne bereit, um Fragen zu beantworten.

Sie haben noch mehr Fragen? Schreiben Sie uns: kontakt@biogaspartner.de!

 

Welche Pflanzen eignen sich für die Herstellung von Biogas?

Stehen ausreichend Flächen zum Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung, um bis 2020 60 Mrd. Kubikmeter Biomethan jährlich zu erzeugen?

Kostet Biomethan mehr als Erdgas? Wo kann ich es beziehen?

Ab welcher Anlagengröße ist es wirtschaftlich attraktiv, Biogas aufzubereiten und in das Gasnetz einzuspeisen?

Was ist eigentlich der Vorteil davon, Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen, anstatt es vor Ort zu nutzen?

Ich bin Landwirt und betreibe eine Biogasanlage.  Diese möchte ich auf die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz umrüsten. Wie gehe ich am besten vor?

Können bislang mit Erdgas betriebene  Blockheizkraftwerke  auf Biomethan umgestellt und so nach EEG vergütet werden?

 

 

"Welche Pflanzen eignen sich für die Herstellung von Biogas?"

Als Grundlage für die Biogasproduktion kommen grundsätzlich all diejenigen Pflanzen in Frage, deren Hauptbestandteile Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Cellulose oder Hemicellulose sind. Hierzu zählen beispielsweise Pflanzen wie Mais, Roggen, Zuckerrüben, Hirsen oder auch Sonnenblumen. Für die Biogasanlage nicht geeignet sind Substrate mit einem hohen Ligninanteil wie zum Beispiel Holz.

Diese Frage wurde von der KWS Saat AG Externer Link beantwortet.              

zurück zu den Fragen

„Stehen ausreichend Flächen zum Anbau von Energiepflanzen zur Verfügung, um bis 2020 6 Mrd. Kubikmeter Biomethan jährlich zu erzeugen?“

Ja, diese Flächen stehen zur Verfügung. Die gesamte landwirtschaftliche Fläche in Deutschland beträgt ca. 16.9 Mio. ha. Für die Futtermittelproduktion werden ca. 10,2 Mio. ha Land benötigt, für Nahrungsmittel 4,5 Mio. ha (Potentialatlas Agentur für Erneuerbare Energien) und ca. 2 Mio. ha für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen. Um bis 2020 jährlich 6 Mrd. Kubikmeter Biomethan produzieren zu können, werden etwa 2000 Anlagen benötigt, die 350 Nm3/h Biomethan ins Erdgasnetz einspeisen. Solche Anlagen benötigen, bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 50 t Frischmasse, ca. 600 ha Anbaufläche. Insgesamt werden also weitere 1,2 Mio. ha benötigt. Da mittelfristig weniger Flächen für die Nahrungsmittelerzeugung und Futtermittelproduktion benötigt werden und mit weiteren Ertragssteigerungen der landwirtschaftlichen Produktion zu rechnen ist, kann mittelfristig die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe in etwa auf 4 Mio. ha verdoppelt werden. Damit wird ausreichend Fläche zur Verfügung stehen, um die Zielmenge Biomethan produzieren zu können.            

zurück zu den Fragen

 

"Kostet Biomethan mehr als Erdgas? Wo kann ich es beziehen?"

Ja, Biomethan kostet zur Zeit etwa das 2-3-fache im Vergleich zu Erdgas. Das Verhältnis hängt stark davon ab, zu welchen Konditionen das Erdgas eingekauft werden kann (z.B. Spotmenge an der EEX-Börse oder strukturierte Lieferung ) und welche Qualitäten das Biomethan hat (z.B. Nawaro/Nicht-Nawaro).

Den Mehrkosten im Bezug stehen allerdings die Erlöse aus der EEG-Vergütung bei Verstromung sowie langfristige Preisstabilität und Entkopplung von der Entwicklung der fossilen Energiepreise entgegen. Bei weiter steigenden Preisen der fossilen Energieträger wird sich das Preisniveau mittelfristig angleichen.

Biomethan kann bei spezialisierten Biomethanhändlern oder dem Gasvertrieb von Energieversorgern, die Biomethan erzeugen und vertreiben, bezogen werden. Alternativ kann eingespeistes Biomethan auch direkt vom Betreiber einer Biogasanlage bezogen werden, wobei Liefersicherheit und Bilanzkreisführung sichergestellt werden müssen.

Diese Frage wurde von der bmp greengas GmbH beantwortet.           

zurück zu den Fragen

 

"Ab welcher Anlagengröße ist es wirtschaftlich attraktiv, Biogas aufzubereiten und in das Gasnetz einzuspeisen?"

Unsere Wirtschaftlichkeitsberechnungen haben ergeben, dass mind. 500 m³/h Biogas zur Bioerdgas-Aufbereitung zur Verfügung stehen müssen. Um für den Biogasproduzenten und Bioerdgasaufbereiter interessante Betriebsergebnisse erzielen zu können, sollten zweckmäßigerweise ca. 1.000 m³/h Biogas zur Aufbereitung produziert werden.

Diese Frage wurde von der erdgas schwaben gmbh beantwortet.

zurück zu den Fragen

 

"Was ist eigentlich der Vorteil davon, Biogas ins Erdgasnetz einzuspeisen, anstatt es vor Ort zu nutzen?"

Wird das Biogas zu Biomethan aufbereitet, kann man es in das Erdgasnetz einspeisen. Das hat den Vorteil, dass das klimafreundliche Biomethan dort in der Energieerzeugung eingesetzt werden kann, wo es den größten Nutzen (Wirkungsgrad) erzielt: in Blockheizkraftwerken (BHKW) mit einer kombinierten Nutzung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung). Das Biogas wird durch die Aufbereitung transportfähig und kann von einem dezentralen Produktionsstandort im ländlichen Raum zu einem Nutzungsort im städtischen Bereich geleitet werden. Außerdem ist Biomethan speicherbar und kann somit räumlich und zeitlich unabhängig von seiner Produktion in Energie umgewandelt genutzt werden. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn am Produktionsstandort des Biogases keine ausreichenden Verwendungsmöglichkeiten für die produzierte Wärme vorhanden sind.

Diese Frage wurde  von der agri.capital GmbH beantwortet.

zurück zu den Fragen

 

"Ich bin Landwirt und betreibe eine Biogasanlage.  Diese möchte ich auf die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz umrüsten. Wie gehe ich am besten vor?"

In einem ersten Schritt sollte der Landwirt klären, wie viel Biomethan er produzieren möchte bzw. kann. Hierbei ist es sinnvoll, sich bei der Gasproduktion an den gesetzlich definierten, wirtschaftlichen Grenzen zu bewegen. Es sollten entsprechend 350m³ (erzielt den vollen Technologiebonus) oder 700 m³ (erzielt noch 1ct/kWhel Technologiebonus) Biomethan eingespeist werden. Hierfür werden äquivalent ca. 25.000 bzw. 50.000t Maissilage benötigt. Die Gasleistung  entspricht einer elektrischen Leistung von 1,4 bzw. 2,8 MW. Es kann natürlich auch weniger oder aber mehr Bioerdgas produziert werden. Jedoch sind die spezifischen Produktionskosten bei diesen beiden Grenzen am niedrigsten.

Im nächsten Schritt bedarf es einer Gasnetzvorprüfung. Zuerst kann über die Internetseite www.gasnetzkarte.de Externer Link die Existenz und Entfernung von Erdgastransportleitungen eruiert werden. Zudem sollte in örtlicher Nähe zur bestehenden Biogasanlage nach Ortsnetzen gesucht werden. Kommen diese Prüfungen zu einem positiven Ergebnis, muss in einem nächsten Schritt ein Netzanschlussbegehren gestellt werden. Es sollte dabei darauf geachtet werden, dass der jeweilige Gasnetzbetreiber sowohl die Orts- als auch die Transportleitungen auf die Aufnahmefähigkeit prüft.

Gleichzeitig sollten Gespräche bezüglich der Genehmigungsfähigkeit der Umrüstung geführt werden. Wenn bereits ein F- bzw. B-Plan existiert, spricht grundsätzlich wenig gegen eine Gasaufbereitung.

Jetzt gilt es, Gespräche mit Abnehmern für das Bioerdgas zu führen. Dies können Energieversorgungs- und Contractingunternehmen sein. An wen das Bioerdgas letztendlich verkauft wird, hängt signifikant vom Risikoprofil des Landwirtes ab.

Der letzte Aspekt ist dann die Finanzierung der Anlage. Eine Aufbereitungsanlage bis 350m³ Biomethan wird über einen KfW-Kredit gefördert. Details erfahren Sie von Ihrer Bank.

Diese Frage wurde von der Landwärme GmbH beantwortet. 

zurück zu den Fragen

"Können bislang mit Erdgas betriebene  Blockheizkraftwerke  auf Biomethan umgestellt und so nach EEG vergütet werden?"

Die Umstellung bestehender BHKW auf den Betrieb mit Biomethan ist rechtlich möglich und findet in der Gesetzesbegründung zum EEG ausdrücklich Erwähnung. Ab dem Zeitpunkt der Umstellung erhält der Betreiber des BHKW unter den im EEG genannten Voraussetzungen die EEG-Vergütung. Eine Modernisierung des BHKW ist für den Erhalt der EEG-Vergütung nicht erforderlich.

Unerheblich ist, ob das BHKW vor der Umstellung bereits nach dem KWKG gefördert worden ist. Auch in dem Fall, dass der Förderzeitraum nach dem KWKG für das jeweilige BHKW bereits abgelaufen ist, besteht unter Umständen noch ein Anspruch auf die EEG-Vergütung. Eine kumulative Geltendmachung der Förderung nach dem KWKG und der EEG-Vergütung ist jedoch ausgeschlossen. Zu beachten ist zudem, dass bei Geltendmachung der EEG-Vergütung kein Anspruch auf vermiedene Netzentgelte besteht. Anders als nach dem KWKG besteht der Anspruch auf die EEG-Vergütung nicht für den selbst verbrauchten Strom.

Nach überwiegender Meinung gilt als Inbetriebnahmejahr im Sinne des EEG nicht das Jahr, in dem das BHKW auf den Biomethanbetrieb umgestellt worden ist, sondern das Jahr der erstmaligen (fossilen) Inbetriebnahme. Davon ausgehend beginnt auch der 20jährige Vergütungszeitraum bereits mit der erstmaligen Inbetriebnahme, so dass – je nach Alter des BHKW – unter Umständen nur ein vergleichsweise kurzer Förderzeitraum verbleibt. Die Ermittlung der Vergütungshöhe bereitet bei älteren BHKW einige Schwierigkeiten und ist rechtlich umstritten.

Diese Frage wurde von Rechtsanwälte Schnutenhaus & Kollegen Externer Link beantwortet. 

zurück zu den Fragen

 

Sie haben noch mehr Fragen? Schreiben Sie uns: kontakt@biogaspartner.de!