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Kurznachrichten

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Schwandorf II

Anlagensteckbrief

Das Projekt Schwarndorf II wurde im Rahmen des Wettbewerbs "Biogaspartnerschaft des Jahres 2008" mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. 

Land Deutschland
Region Bayern
Anlagenstandort Schwandorf - Industriegebiet Bayernwerk
Betriebsaufnahme 2008
Einspeiseleistung 1.000 Nm³ Biomethan/h
Einspeisekapazität ca. 100 Mio. kWh p.a.
Aufbereitung PSA
Gasqualität vor Ort Erdgas H
Druckstufe 16 bar
Rohstoffe ca. 80.000t/a Mais-, Gras und Ganzpflanzensilage (z.B. Roggen, Gerste, Hirse, Weidelgras)
Investitionsvolumen 18 Mio. Euro

 

Rohstoffproduktion und Logistik
In der Bioerdgasanlage Schwandorf werden ausschließlich Nachwachsende Rohstoffe (Energiepflanzen) verwendet. Durch das mehrjährige Fruchtfolgekonzept wird die Artenvielfalt gesteigert. Die Zwischenfrüchte haben außerdem ackerbauliche Vorteile, z. B. wird die Humusbildung gefördert, Schädlingsbefall eingegrenzt und Lachgasemissionen vermieden. Speziell der Einsatz von Gras bietet der Landwirtschaft eine lukrative Abnahmequelle.

Für vorbildhafte industrielle Anlagentechnik und moderne Energiepflanzenanbaukonzepte wurde das Projekt Schwandorf II im Rahmen des Wettbewerbs "Biogaspartnerschaft des Jahres 2008" mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Der Einsatz von zusätzlicher Flüssigkeit wie Wasser oder Gülle ist nicht notwendig. Dies hat den Vorteil, dass keine zusätzlichen Transporte zur Anlage anfallen, somit weniger Gärmaterial gespeichert (geringeres Gärvolumen) und letztendlich auch weniger ausgebracht (Gärresttransport) werden muss. Die Biomasse wird rund um den Standort im Industriegebiet "Bayernwerk" von ca. 180 Landwirten angebaut, die sich in einer Liefergemeinschaft zusammengeschlossen haben. Die  berät die Landwirte und Lieferanten hinsichtlich Ackerbau, Aussaat und Sortenauswahl. Die Ernte wird von regionalen Lohnunternehmern durchgeführt, wobei die Logistik von Mitarbeitern der  koordiniert wird. Der Gärrest wird als hochwertiger Dünger sowohl in fester als auch in flüssiger Form über externe Dienstleister auf die Flächen der Lieferanten ausgebracht. Somit kann ein geschlossener Nährstoffkreislauf erzeugt und Kosten für mineralischen Dünger gespart werden.

Biomethannutzung und -vermarktung
Das Bioerdgas wird zu 100% in das Erdgasnetz von E.ON Bayern eingespeist. Die Verwendung erfolgt anschließend in dezentralen Blockheizkraftwerken von E.ON, die sich ebenso um die Vermarktung der Wärme in entsprechenden Wärmesenken kümmert.  

Ernte vor der Biogasanlage Schwandorf II

 

Das Kooperationsmodell der Projektpartner
Das Projekt "Bioerdgas Schwandorf" stellt ein gutes Zusammenspiel zwischen Energieversorger, Anlagenbau und -betrieb sowie der Landwirtschaft dar. Die beteiligten Akteure haben es geschafft, den Wechsel am Energiestandort "Industriegebiet Bayernwerk" von fossilen auf Erneuerbare Energien zu vollziehen und dabei Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen. Folgende Akteure sind am Projekt beteiligt: 

  1. Die Projektentwicklung erfolgte durch die Schmack Energie Holding GmbH
  2. Die Rohstoffbereitstellung wird durch ca. 180 Landwirte sichergestellt. Diese haben sich in einer Liefergemeinschaft zusammengeschlossen und bilden somit einen gebündelten Projektpartner. 
  3. Professionelle Dienstleister () kümmern sich um die Ernte und Logistik
  4. Die  ist verantwortlich für das Rohstoffmanagement, die Erstellung der Planungs- & Genehmigungsunterlagen, den Anlagenbau sowie den Anlagenbetrieb
  5. E.ON ist Investor, Gasabnehmer, Gasnetzbetreiber und Vermarkter des Bioerdgases

Standortbezogenheit und Einbindung externer Stakeholder
Der Standort " Industriegebiet Bayernwerk" hat eine lange Tradition als Energiestandort. Zunächst wurde hier bis Ende der 90er Jahre Strom aus Kohle gewonnen. Nachdem die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war, wurde das Kohlekraftwerk geschlossen und damit der Grundstein für eine Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien gelegt. Zudem führt direkt am Industriegebiet eine Erdgasleitung vorbei.  

Auch seitens der Landwirtschaft bietet der Standort Schwandorf gute Voraussetzungen. Die Struktur in der regionalen Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: Viele Betriebe werden aufgrund fehlender Erben oder anderer beruflicher Orientierungen oft nur noch als Nebenerwerb betrieben oder komplett aufgegeben. Insofern war das Interesse vieler Grundstücksbesitzer groß, über den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung eine alternative Nutzungsmöglichkeit für ihre Flächen zu haben. Die interessierten Landwirte haben sich in einer Liefergemeinschaft zusammengefunden, damit ein geschlossenes und einheitliches Auftreten gegenüber Investor und Anlagenbetreiber gegeben ist. Jeder Lieferant hat somit die gleichen Lieferbedingungen, die mit den Projektpartnern vereinbart wurden.

Ein weiterer Vorteil des Standortes ist, dass die regenerative Wärmeversorgung zum Beheizen der Gärbehälter durch eine bereits bestehende 700 kW Biogasanlage gewährleistet wird.

Die Kommunikation mit Behörden, Verbänden und der Öffentlichkeit wird vor, während und auch im Regelbetrieb intensiv betrieben. Hinsichtlich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit fanden verschiedene Informationsveranstaltungen, Besichtigungen sowie Interviewtermine mit regionalen und überregionalen Medienvertretern statt.

Schwandorf II aus der Vogelperspektive

Quellen: dena, Bioerdgas Schwandorf GmbH