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Kurznachrichten

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Veranstaltungen

Veranstaltungen

  • 01.06.2017

    European Biomethane Conference 2017 mehr

  • 10.07.2017

    25. C.A.R.M.E.N.-Symposium in Straubing „Watt, Wärme, Werkstoffe - smart & sauber“ mehr

  • 20.11.2017

    7. Statuskonferenz | Bioenergie. Flexibel und integriert in die nächste Epoche mehr

  • 07.12.2017

    biogaspartner – die konferenz. Eine Strategie muss her! mehr

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Biomethan zur Strom- und Wärmeerzeugung in KWK.

In der Vergangenheit zielte die Gesetzgebung der Bundesregierung vor allem darauf ab, Biomethan aus Aspekten des Klimaschutzes vornehmlich zur Stromerzeugung in KWK zu nutzen. Wesentliches Instrument hierfür ist das EEG, welches den Einsatz von Biomethan in KWK mit festen Vergütungssätzen für den daraus erzeugten und eingespeisten Strom fördert. Derzeit stellt die Stromerzeugung nach EEG den Leitmarkt für Biomethan dar, da auf Basis der staatlich garantierten Vergütungssätze über 20 Jahre Sicherheit für private Investorengegeben ist. Risikofaktor bleibt insbesondere die Preisentwicklung der Einsatzstoffe (Substrate). Steigende Rohstoffpreise können aufgrund der feststehenden Vergütungssätze nicht kompensiert werden und wirken sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte aus. Mit dem Auslaufen der Vergütung für zahlreiche Biogasanlagen ab 2021 gewinnen Repowering und die Nachrüstung mit einerAufbereitung für Anlagen ohne gutes Wärmekonzept an Bedeutung.

Zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Wärme auf 14 Prozent im Jahr 2020 stellt der Biomethaneinsatz in der gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung derzeit eine der effizientesten und ökologischsten Technologieoptionen dar. Insbesondere dort, wo andere erneuerbare Technologien oder Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs aus baulichen Gründen nicht in erforderlichem Maße anwendbar sind, ist die Nutzung von Biomethan in reinen Wärmeanwendungen eine sinnvolle Alternative.

Biomethan als Beimischung zu Erdgas im Wärmemarkt.

Biomethan in Beimischungen zu fossilem Erdgas wird von knapp 200 Gasversorgern bereits in Mischungsverhältnissen von 5 bis 100 Prozent angeboten. Ein Großteil der Nachfrage geht auf Hauseigentümer in Baden-Württemberg zurück, wo seit 2010 Biomethan zur Erfüllung der Auflagen des EEWärmeG verwendet werden kann. Neben dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz für Neubauten auf Bundesebene werden letztere Angebote insbesondere in Baden-Württemberg zur Erfüllung der Auflagen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes vertrieben. Vor dem Hintergrund der Ausweitung dieser Landesregelung auf den Altbaubestandseit 2010 ist in diesem Segment eine steigende Nachfrage zu beobachten.

Andere Bundesländer prüfen die Übernahme ähnlicher Regelungen. Mittels der bestehenden Infrastruktur der Gasversorgung und der existierenden Gasheizungen kann damit kurzfristig ein bedeutender Anteil an CO2-Reduktion erzielt werden.

Im Bereich des bundesweiten Absatzes von Biomethanprodukten ist ebenfalls mit einem steigenden Absatz zu rechnen. Ähnlich den „Grünstrom“-Angeboten im Stromsektor besteht bei privaten Endkunden eine prinzipielle Bereitschaft, für Beimischungen von Biomethan zu Erdgas einen Aufpreis zu zahlen. Es gibt bereits etliche lokale und überregionale Erdgasversorger, die entsprechende „Ökogas“- Produkte entwickelt haben und anbieten.

Biomethaneinsatz im Verkehrssektor.

Biomethan kann wie Erdgas als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge genutzt werden. Über die Gasnetzeinspeisung kann es an den in Deutschland bestehenden Gastankstellen verkauft werden und fossile Kraftstoffe ersetzen.

Prinzipiell ist Biomethan gegenüber anderen Biokraftstoffen als hocheffizienter Kraftstoff mit einem hohen spezifischen Flächenertrag einzustufen. Besonders im Hinblick auf die Verminderung von Treibhausgasemissionen schneidet Biomethan gut ab. Im Vergleich zu allen mengenmäßig relevanten
Biokraftstoffen hat Biomethan mit über 80 Prozent Treibhausgasvermeidung das höchste Einsparpotenzial. Zudem werden beim Einsatz von Biomethan gegenüber anderen
Kraftstoffen auch Luft- und Lärmemissionen reduziert. Aus wissenschaftlich-technischer Sicht ist Biomethan daher eine der vielversprechendsten Alternativen für einen nachhaltigen Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehrssektor. Die Nachfrage in diesem Sektor hängt jedoch maßgeblich von der Entwicklung der Verbreitung von Erdgasfahrzeugen ab. Derzeit gibt es ca. 100.000 Erdgasfahrzeuge in Deutschland. 2014 lag der Anteil von Biomethan am Erdgasabsatz für Erdgasfahrzeuge bei rund 25 Prozent.

Stoffliche Nutzung in der chemischen Industrie.

In der chemischen Industrie werden ca. drei Prozent des deutschen Erdgasbedarfs für eine stoffliche Nutzung verwendet.  Hierbei wird Erdgas meist in Synthesegas (Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff) umgewandelt. Aus Synthesegas werden zahlreiche Basischemikalien hergestellt,
die Grundlage für viele chemische Produkte sind. Die Substitution von Erdgas durch Biomethan verringert den Einsatz fossiler Rohstoffe in der chemischen Industrie, schont Ressourcen und hilft Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Die Dokumentation der Nachhaltigkeitseigenschaften von Biomethan entlang der Lieferkette kann mittels stofflicher Lieferung (z. B. in Gasflaschen), über Massenbilanzierung (Transport im Erdgasnetz) oder über Zertifikate erfolgen. Bei der Massenbilanzierung kann der Anteil von Biomethan im Endprodukt je nach Kundenwunsch variieren
und über einen rechnerischen Vorgang zugewiesen werden.

Internationale Biomethanmärkte.

Die internationalen und hier insbesondere die europäischen Märkte haben für die deutsche Biomethanbranche in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Gefragt sind vor allem deutsche Anlagentechnik und Know-how sowie Dienstleistungen. Vermehrt wird auch Biomethan aus Deutschland in den Nachbarländern nachgefragt.